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Carl Heinrich Nicolai und Bruno Barthel zu Ehren

Forstamt Lohmen erneuerte Erläuterungstafeln am Nicolai- und Barthelweg im Basteigebiet

Waldwege haben seit altersher meist einen ausgesprochen ortsgebundenen Namen, nach Personen sind nur wenige von ihnen erst in jüngerer Zeit benannt worden. Im B asteigebiet tragenjedoch inzwischen mit, "Nicolaiweg" und "Barthelweg" gleich zwei Wegstrecken ihre Bezeichnung nach den beiden Lohmener Persönlichkeiten Carl Heinrich Nicolai und Bruno Barthel.

Der Nicolaiweg erhielt 1937 im Zuge umfangreicher Dorfstraßenbenennungen durch die Lohmener Gemeindeverwaltung als seinerzeit von Oberlohmen aus viel begangener Wanderweg zur Bastei seinen Namen.

Er führte durch das Dürre Gründel, über den sandsteingeptlasterten Brückwaldweg und durch die Forstabteilungen 328, 304, 316 und 315 zum Beginn des Reingrundes an der Basteistraße.

Heute ist den meisten Lohmener Einwohnern nur noch das erste Teilstück im Dürren Gründel als Nicolaiweg geläufig.

Vermutlich war im Jahr 1937 die 1939 bevorstehende Wiederkehr des 200.Geburtstages von Carl Heinrich Nicolai der Anlaß für die Wegbenennung.

1973 wurde im Rahmen der Lohmener Feierlichkeiten zum 150.Todestag Nicolais durch den örtlichen Forstbetrieb eine Erläuterungstafel am Nicolaiweg im Dürren Gründel errichtet, die nun nach 20 Jahren - der Zahn der Zeit hatte an ihr genagt - im Juli 1993 vom Forstamt Lohmen erneuert wurde.

Ihr im Vergleich zur ersten Tafel leicht überarbeiteter Text lautet: "Nicolaiweg/im Nationalpark Vordere Sächsische Schweiz durch das Dürre Gründel zum Brückwald führend/1937 benannt nach Carl Heinrich Nicolai (1739-1823), seit 1797 Pfarrer in Lohmen, Verfasser des ersten Reisehandbuches über die Sächsische Schweiz (1.Auflage 1801)."

1956 wurde aus Anlaß des Todes von Bruno Barthel ein zweiter Wanderweg im Basteigebiet nach einer verdienstvollen Lohmener Persönlichkeit benannt: der Bruno-Barthel-Weg (auch in der Kurzform Barthelweg gebräuchlich).

Er verläuft von Uttewalde aus über die Knotenstufen und den Kluftsteig zum Großen Sandberg, kreuzt westlich vom Forstort "Hakers Scheune" den Nicolaiweg und führt schließlich auf dem Schulweg durch Feldfluren nach Rathewalde.

Zum 20.Todestag Bruno Barthels stellte der örtliche Forstbetrieb auch an diesem beliebten Wanderweg eine gleichartige Erläuterungstafel auf, die allerdings 1991 einer mutwilligen Zerstörung unterlag und inzwischen, ebenfalls im Juli 1993, durch das Forstamt Lohmen einschließlich einer geringfügigen Textveränderung erneuert wurde : "Barthelweg/von Uttewalde durch den Nationalpark Vordere Sächsische Schweiz nach Rathewalde führend/1956 benannt nach Bruno Barthel (1885- 1956), Mundarterzähler und Heimatforscher, Sohn eines Uttewalder Steinbrechers."

1985 wurde zu Ehren des 100.Geburtstages von Bruno Barthelder BarthelwegineineneumarkierteWanderwegstrecke (gelber Querstrich auf weißem Quadratfeld) zwischen Mühlsdorf, Försterbrücke, Querweg, Oberlohmen, Sandweg, Uttewalde, Barthelweg, Rathewalde, Lehmhübelweg und Bastei einbezogen.

Die Knotenstufen, auf denen man von Uttewalde aus hinab in den Grund gelangt, weisen mit ihrem Namen übrigens auf die erste Wegemarkierungsweise in unserer engeren Heimat hin. Knoten gelten seit altersher weltweit als Erinnerungszeichen. Zu Knoten zusammengebundene Zweige der am Wegrand stehenden Bäume sollten früher das Auffinden des günstigsten Verlaufes wichtiger Wege erleichtern helfen.

Offensichtlich galt das vor allem für Wege, die zum Amte Hohnstein führten. Die Uttewalder Knotenstufen waren ein Teil des Dorf Wehlener Amtsweges nach Hohnstein.

In der gleichen Art der Nicolai- und der Bartheltafel hat das Forstamt Lohmen im Revier Hohnstein auch auf ein früheres Waldgewerbe aufmerksam gemacht.

Gemeint ist die im Mai 1993 bei der am Steinbruchweg gelegenen Köhlerhütte mit folgender Erklärung angebrachte Holztafel: "Köhlerhütte/Alte Kohlstatt im Staatsforstrevier Hohnstein, hier wurde bis 1945 im Meilerbetrieb aus Schwachholz Holzkohle gewonnen/-

In der waldreichen Sächsischen Schweiz war früher die Köhlerei weit verbreitet, heute erinnern nur noch Forstortsnamen wie Kohlicht, Kohlgrund oder Meilergraben an dieses ehemalige Waldgewerbe."

So gibt es auch im Forstrevier Lohmen bei Uttewalde einen "Kohlgrund" und nordwestlich vom Steinernen Tisch das Waldstück "Die Kohlicht".

Mögen die in traditioneller Farbgebung (sächsische Landes- farben : weiße Schrift auf grünem Untergrund) angefertig- ten drei Hinweistafeh) bei den zur Vertiefung der Heimatkenntnisse beitragen, denn : Vieles sehen ist gut, alles im rechten Zusammenhang sehen ist besser!

Dietrich Graf, Forstamtsleiter


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